Bevor wir nach Luxemburg-Stadt reisten, hatten wir ein völlig falsches Bild vor Augen: Hauptstadt, Hektik, moderne Hochhäuser. Doch ganz schnell wurde uns bewusst, dass Luxemburg ganz anders ist: grün, sauber, ruhig und unglaublich sehenswert. Wir wurden von der ersten Minute an überrascht, eigentlich bereits bei der Einfahrt mit dem Zug in die Stadt (sitze in Fahrtrichtung rechts für den schönsten Blick). Luxemburg-Stadt fühlt sich an wie ein großes Freilichtmuseum mit unzähligen Sehenswürdigkeiten und jeder Menge Natur und Ruhe.
Luxemburg ist aber noch viel mehr als die Hauptstadt: Auf einem Tagesausflug in die Region Müllerthal haben wir die spektakuläre Natur der Kleinen Luxemburger Schweiz entdeckt.
All unsere Tipps zu Sehenswürdigkeiten, einen kompletten Rundgang, den du einfach nachlaufen kannst, sowie unsere liebsten Restaurants und Cafés findest du hier auf einem Blick.
Luxemburg-Stadt: Sehenswürdigkeiten, Natur & Ruhe
Die größte Sehenswürdigkeit in Luxemburg ist die Stadt selbst. Es gibt so viele wunderschöne Straßen, Gebäude, Brücken und Aussichtspunkte, dass es fast unmöglich ist, eine vollständige Liste zu erstellen. Wir nehmen dich mit auf unseren Rundgang durch die Stadt, bei dem wir aus dem Staunen fast nicht herausgekommen sind.
Rundgang durch die Stadt: Sehenswürdigkeiten in Luxemburg
Starte deinen Rundgang an der Adolphe-Brücke (Pont Adolphe), einem der Wahrzeichen der Stadt. Von hier aus hast du einen schönen Blick auf die Stadt. Aber die Brücke ist auch aus einem anderen Grund sehenswert: Als Fußgänger*in (und mit dem Fahrrad) kannst du nicht nur oben über die Brücke gehen, sondern auch auf einer eigenen Ebene unter der Straße hindurch gehen. Das fanden wir persönlich wirklich spannend.
Von der Brücke gehst du Richtung Platz der Verfassung (Place de la Constitution) und dem Denkmal Gëlle Fra. Von der Aussichtsplattform blickst du auf die Adolphe-Brücke und die andere Seite der Brücke. Hinter dir befindet sich die Kathedrale Notre-Dame.
Weiter geht es zum Place D’Armes, ein belebter Platz mit Cafés und Restaurants. Das Stadt-Palais (Cercle Municipal) ist ein beeindruckendes Gebäude.
Nicht weit entfernt befindet sich ein weiterer sehenswerter, aber doch ganz anderer Platz. Der große und offene Place Guillaume II, an dem sich u.a. das Rathaus (Hotel de Ville) befindet. Von hier kannst du auch bereits Teile des Großherzoglichen Palastes (Palais Grand-Ducal) erkennen. Gehe am Palast vorbei, weiter zum Place de la Clairefontaine und schließlich zum Chemin de la corniche. Dieser Weg auf den Mauern der alten Festung wird auch als „der schönste Balkon Europas” bezeichnet. Du blickst von hier auf den Fluss Alzette und den Stadtteil Grund in der Unterstadt mit einer alten Abtei. Wirklich eine fantastische Aussicht! Wir haben hier einige Zeit verbracht und konnten uns kaum satt sehen.
Vom Chemin de la Corniche kannst du auch bereits das nächste Ziel sehen: die Bock-Kasematten (Casemates du Bock). Die Kasematten sind im 17. Jahrhundert in den Felsen gehauene Höhlen, die als Verteidigungsanlagen dienten. Fast unvorstellbar, dass diese insgesamt 23 Kilometer lang waren und Luxemburg den Beinamen Gibraltar des Nordens einbrachten. Wirklich eindrucksvoll und spannend, einen Teil davon besichtigen zu können. Heute sind die Kasematten eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt Luxemburg und Teil des UNESCO-Welterbes. Lies dir am Besten bereits vorher alles Wichtige zu den Kasematten durch und erkunde die unterirdischen Gänge dann ohne Ablenkungen.
Von den Kasematten geht es hinab an das Ufer der Alzette, vorbei an der Statue der Melusina – die Nixe ist Teil einer Legende zur Gründung der Stadt. Du gehst weiter am Fluss bis zur Stierchen-Brücke (Pont du Stierchen). Über diese pittoreske Fußgängerbrücke gelangst du auf die andere Seite der Alzette und auf das Gelände der ehemaligen Abtei Neumünster (neimënster). Diese ist heute ein Kulturzentrum, in dem u.a. Konzerte, Theaterstücke und andere Veranstaltungen stattfinden.
Über die Grund-Brücke (Pont du Grund) gelangst du wieder auf die andere Seite des Flusses und kannst von dort wieder hinauf in die Innenstadt laufen.
Wenn du Richtung Norden läufst, kommst du zum Panorama-Aufzug Pfaffenthal. Der Aufzug ist kostenlos und funktioniert wie ein normaler Fahrstuhl – nur, dass er über 70 Meter hoch und gläsern ist. Unten ist der Stadtteil Pfaffenthal, oben ist der Park der Pescatore-Stiftung und ein Seniorenzentrum, was auch ein Schloss sein könnte.
Neben dem Park der Pescatore-Stiftung befindet sich ein Eingang in den Stadtpark Luxemburg (Parc municipal de Luxembourg). Im fast 21 Hektar großen Park kannst du die Natur in der Stadt genießen und zur Ruhe kommen.
Museumstipps: Mudam & Musée Dräi Eechelen
Auf dem Kirchberg-Plateau in Luxemburg befinden sich direkt nebeneinander zwei lohnenswerte Sehenswürdigkeiten der Stadt:
Alleine für das eindrucksvolle Gebäude lohnt sich ein Besuch im Musée d’Art Moderne Grand-Duc Jean, kurz: Mudam. Das Mudam ist durch seine vielen Fenster sehr hell und freundlich. Im Museum gibt es wechselnde Ausstellungen moderner Kunst verschiedener Künstlerinnen und Künstlern. Bis 23.08.26 läuft eine Ausstellung des Künstlers Simon Fujiwara. Aufgrund der vielen verschiedenen Themen, fanden wir die Ausstellung spannend und sehr abwechslungsreich und können sie sehr empfehlen. Fujiwara befasst sich mit seinen Werken kritisch mit Themen wie Konsum, Gesellschaft, Sexualität und den Sozialen Medien.
Wenn du dich für die Geschichte der Stadt und Festung interessiert, bist du im Musée Dräi Eechelen richtig. Das Festungsmuseum befindet sich in einem alten Fort und erzählt die Geschichte vom 15. Jahrhundert bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts mit vielen Ausstellungsstücken. Verpasse nicht die Aussicht von der Dachterrasse auf das Mudam und die Stadt.
Tipp: kostenloser Eintritt in beide Museen mit dem LuxembourgPass
Tipp für Architektur-Fans: Die Passerelle des Arts ist eine kleine aber schöne Fußgängerbrücke, die von der Av. John F. Kennedy / Haltestelle „Rout Bréck – Pafendall“ direkt zu den Museen führt.
Ausflug ins Müllerthal: Natur, Sehenswürdigkeiten & älteste Stadt Luxemburgs
Luxemburg hat neben der gleichnamigen Hauptstadt noch viele weitere schöne Orte, Natur und Sehenswürdigkeiten zu bieten. Wir haben einen Tagesausflug mit dem Bus (diese sind in Luxemburg kostenfrei) ins Müllerthal im Osten des Landes gemacht.
Wandern in Luxemburg: Wanderung B2
Das Müllerthal an der Grenze zu Deutschland wird auch Kleine Luxemburger Schweiz genannt. Bei der 4,4 Kilometer langen Wanderung B2 haben wir die atemberaubende Natur des Landes kennengelernt. Du kommst vorbei an gigantischen Felsen, wanderst über Brücken und hast weite Ausblicke ins Tal. Wenn du dich traust, gehst du durch die engen Felsspalten der Ruetsbechschlëff und gelangst von dort auf eine Aussichtsplattform.
Plane auf jeden Fall mehr Zeit ein als die angegebenen 1,5 Stunden, wenn du so wie wir, gerne Zeit in der Natur genießt und wandern nicht nur als sportliche Aktivität siehst. Wir haben mehrere Stunden auf dieser Wanderung verbracht und die wunderschöne Natur genossen. Für die Wanderung empfehlen wir dir Wanderschuhe, da die Strecke teilweise relativ anspruchsvoll ist. Unser Tipp: Halte an und lausche – um dich herum wirst du ein echtes Vogelkonzert genießen können. Wir haben immer unsere Merlin App griffbereit, mit der wir Vogelstimmen bestimmen können.
Wie komme ich zur Wanderung B2?
Nimm den Bus 211 in Richtung „Echternach, Gare Centre“ bis zur Haltestelle „Berdorf, Duerfplaz“. Anschließend gehst du etwa 5-10 Minuten Richtung Camping Martbusch. Von dort ist die Wanderung ausgeschildert.
Echternach: Älteste Stadt Luxemburgs
Die Stadt Echternach liegt unmittelbar an der Grenze zu Deutschland. Gegründet im 7. Jahrhundert ist Echternach die älteste Stadt Luxemburgs. Sehenswert sind bspw. der Marktplatz, das Rathaus mit dem Brunnen davor und die Abtei. Die Rue de la Gare ist eine nette Einkaufsstraße mit Blumen und Laternen, die Musik spielen. Auch wenn der Ort klein ist, fanden wir ihn wirklich sehenswert und die Atmosphäre sehr gemütlich. Aufgrund der Lage wirst du hier auf einige weitere Reisende treffen.
Restauranttipp für Echternach
Aal Eechternoach: In diesem Restaurant gibt es richtig gutes Essen und sehr viele vegane und glutenfreie Optionen. Von Flammkuchen, Pinsa und Burger gibt es eine große Auswahl. Empfehlen können wir auch den Strudel zum Nachtisch. Das Restaurant befindet sich direkt am Marktplatz. Bei gutem Wetter kannst du draußen sitzen. Hunde sind (im Außenbereich) erlaubt.
Wie komme ich nach Echternach?
Von der Wanderung B2 mit dem Bus 211 oder Bus 191 in Richtung „Echternach, Gare Centre“. Fahrtzeit: 10 Minuten
Burg Beaufort
In Befort (frz. Beaufort) befindet sich die Burg Beaufort, eine Ruine aus dem Mittelalter. Du kannst die alten Gemäuer besichtigen und in die Keller hinabsteigen. Die Ruine ist eher klein, wir selbst haben hier etwa 30 Minuten verbracht. Wichtig: Die Burg hat bis 18 Uhr geöffnet, der letzte Eintritt ist allerdings bereits um 17 Uhr.
Neben der Burgruine befindet sich in Befort ein Renaissance-Schloss aus dem 17. Jahrhundert. Dieses kannst du nur im Rahmen einer Führung besichtigen.
Tipp: kostenloser Eintritt mit dem LuxembourgPass
Wie komme ich zur Burg Beaufort?
Von Echternach mit dem Bus 191 in Richtung „Ettelbruck“ bis zur Haltestelle „Beaufort, Härewiss“. Fahrtzeit: 20 Minuten. Von dort gehst du etwa 10 Minuten bis zur Burg.
Von Befort kommst du bspw. mit den Bussen 201, 211 und 212 in etwa 45 Minuten wieder nach Luxemburg-Stadt.
LuxembourgPass: Sparen & Erleben
Mit dem LuxembourgPass hast du freien Eintritt in verschiedene Sehenswürdigkeiten in der Stadt und in ganz Luxemburg.
Den Pass kannst du für 1,2 oder 3 Tage buchen und ist gültig ab der ersten Aktivierung. Die Tage müssen nicht an aufeinanderfolgenden Tagen eingelöst werden, das bedeutet: Wenn du den LuxembourgPass für 2 bzw. 3 Tage buchst, kannst du den Pass auch an 2 bzw. 3 beliebigen Tagen innerhalb von 365 Tagen einlösen.
Tipp: Den Pass gibt es für 1, 2 oder 3-5 Personen. Bei mehreren Reisenden lohnt sich der 2er- oder 3-5er-Pass. Denn je mehr Reisende es sind, desto günstiger wird es pro Person im Vergleich zu einzelnen Pässen.
Unsere (veganen) Restauranttipps für Luxemburg-Stadt
- Reed – Plaisir Végétal: Ein rein veganes Restaurant, was vor allem für seine leckeren Burger bekannt ist.
- Beet / Seed: Die beiden veganen Schwester-Restaurants befinden sich im selben Gebäude. Im Seed gibt es Kaffee & Kuchen, im Beet warme Speisen – alles sehr lecker, gemütlich und super nett.
- Nirvana Café: Ein authentisches und rein veganes indisches Restaurant. Bei den Speisen kannst du auf einer Stufe von 1-3 wählen, wie scharf du dein Gericht haben möchtest. Tipp: Mittags gibt es ein wechselndes Buffet zu relativ günstigen Preisen.
- Chiche! at Mudam: Im Mudam Museum bietet Chiche! libanesisches Essen an. Gleichzeitig ist es sozial engagiert, indem es Geflüchtete im Hauptrestaurant sowie im Mudam beschäftigt und so bei der Integration hilft.
- Glow: Das vegane Café liegt etwas außerhalb des Stadtzentrums von Luxemburg-Stadt und ist unglaublich gemütlich. Die Kuchen sind ausgezeichnet und die Snickers-Bar ist sehr nah am Original.
- Intense Coffee: Dieses vegane Café hat zwei Standorte in Luxemburg-Stadt. Wir waren in der Nähe des Hauptbahnhofs (nur etwa 5 Gehminuten), ein sehr schönes Café mit toller Atmosphäre. Das BBQ Tofu Sandwich ist sehr gut.
Welche Sprache spricht man in Luxemburg?
Amtssprachen in Luxemburg sind Luxemburgisch, Französisch und Deutsch. Es kommt aber auf die Region an, welche Sprache die Umgangssprache ist. In Luxemburg-Stadt spricht man bspw. überwiegend Französisch. Da 70% der Einwohnerinnen und Einwohner aus dem Ausland kommen kannst du dich aber problemlos auf Englisch verständigen. Im Müllerthal an der Grenze zu Deutschland sprechen die meisten Menschen Luxemburgisch (Lëtzebuergesch) und auch Deutsch. Wir waren besonders begeistert, wie selbstverständlich die Luxemburger*innen von Sprache zu Sprache wechseln. Mit einem Gast wird französisch gesprochen, dann luxemburgisch, mal niederländisch und dann deutsch. Faszinierend und für uns als Sprachen-Liebhaber auch sehr inspirierend.
Hoteltipp für Luxemburg
Das Mama Shelter Luxemburg* liegt im Nordosten der Stadt auf dem Kirchberg-Plateau. Das Hotel ist modern eingerichtet und die Zimmer sind komfortabel und sauber.
Es gibt ein abwechslungsreiches Frühstücksbuffet, darunter auch ein paar vegane Optionen. Kaffeespezialitäten werden dir direkt nach Bestellung am Tresen zubereitet.
Das Mudam und das Musée Dräi Eechelen befinden sich wenige Minuten entfernt. Und durch die gute Anbindung an die Bahn erreichst du schnell auch die anderen Sehenswürdigkeiten der Stadt Luxemburg.
Anreise: Vom Hauptbahnhof fährst du in 15 Minuten mit der Linie T1 zur Station Philharmonie/Mudam. Von dort sind es ca. 5 Minuten zu Fuß.
Transport vor Ort: Kostenlos in Luxemburg
Worüber andernorts noch diskutiert wird ist in Luxemburg bereits Realität: Kostenloser ÖPNV für alle. Also auch als Tourist*in kannst du einfach spontan in die Bahn oder den Bus steigen, ohne dir Gedanken über ein Ticket machen zu müssen. So kannst du alle Sehenswürdigkeiten in der Stadt und in ganz Luxemburg bequem erreichen. Wir finden es so entspannt, ein ganzes Land auf diese Weise kostenlos bereisen zu können.
Anreise nach Luxemburg
Nach Luxemburg-Stadt fährt ein Regionalexpress in gut 2 Stunden von Koblenz (über u.a. Trier). Die schöne Strecke führt an der Mosel entlang, vorbei an Weinbergen und Burgen. Buchen kannst du die Tickets direkt über die Deutsche Bahn*. Den RE von Koblenz bis nach Luxemburg kannst du sogar mit dem Deutschlandticket nutzen.
Tipp: Die meiste Zeit hast du die Mosel und somit auch den schöneren Blick auf der linken Seite. Bei der Einfahrt nach Luxemburg solltest du aber aus dem rechten Fenster schauen.
Verlängere deine Reise nach Luxemburg
Verbinde deine Reise nach Luxemburg doch mit einem Besuch in Belgien. Von Luxemburg gibt es bspw. einen Direktzug nach Namur in der Wallonie (2 Std.). Alle Tipps für Namur findest du in diesem Artikel.
Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit Visit Luxembourg. Alles, was du in diesem Artikel liest, beruht auf unserer persönlichen Meinung.
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