Trinkwasser auf Reisen: So geht es plastikfrei

Trinkwasser auf Reisen

Bei der Planung unserer Reise haben wir uns besonders viel damit beschäftigt, wie wir Plastik sparen können. Trinkwasser auf Reisen ist dabei ein großes Thema. Eine eigene Trinkflasche kam direkt mit auf unsere Packliste, um zumindest die Chance zu haben, Wasser aufzufüllen.

Nach einem Jahr auf Weltreise können wir mit Stolz sagen, dass wir auf unserer Reise bislang keine Plastikflasche gekauft haben. Alle Tipps, die wir unterwegs gesammelt haben und mit denen auch du auf den Kauf von Wasser in Plastikflaschen verzichten kannst, findest du in diesem Artikel. 

Trinkwasser auf Reisen: Am Flughafen

In einigen Ländern, zum Beispiel in Deutschland, findest du an Flughäfen Trinkwasserspender. Vergiss nicht, vor dem Sicherheitscheck dein Trinkwasser leer zu trinken, denn eine leere Trinkflasche kannst du ohne weiteres durch die Sicherheitsschleuse nehmen. Wir suchen uns danach Trinkwasserspender, um die Flaschen wieder aufzufüllen oder füllen sie mit trinkbarem Leitungswasser. Mit diesem Trick sparst nicht nur Plastik, sondern auch sehr viel Geld. 

Übrigens handhaben wir es im Flugzeug ganz ähnlich. Zwar gibt es dort keine Trinkwasserspender, du kannst aber auf die Einweg-Plastikbecher verzichtest, in dem du die Crew fragst, ob sie dir das Wasser in deine Flasche füllen. Bei uns hat das bislang immer geklappt.

Öffentliche Trinkwasserspender

In einigen Ländern findest du öffentliche Trinkwasserspender auf der Straße an denen du für wenig Geld deine wiederbefüllbaren Flaschen auffüllen kannst. Auf unserem Instagram Kanal findet ihr ein Video zu der Handhabung der Trinkwasserspender in Thailand.

Viele Spender haben zwei Funktionen, sodass man hier nicht nur Trinkwasser auf Reisen abfüllen kann, sondern auch seine Handy Prepaid Karte aufladen kann. Auf den Displays steht meist außerdem eine Info über die Qualität des Wassers. Seid dort achtsam und beobachtet die Umgebung der Spender. Sieht alles eher pekig und ranzig aus, sucht lieber einen anderen Spender. Genauso haben wir es gehandhabt, falls die Spender mitten in der Sonne standen oder wir haben Einheimische beobachtet. 

Trinkwasser auf Reisen: In Unterkünften

Wir haben die Erfahrung gemacht, dass vor allem in Hostels ein größeres Verständnis für Nachhaltigkeit herrscht und es daher eher mal Trinkwasserspender gibt. Meist könnt ihr an der Rezeption aber auch einfach nachfragen. Selbst in unserem letzten Hotel in Mexiko, in dem es nur abgepacktes Wasser zu kaufen gab, haben die Mitarbeiter*innen uns Wasser abgefüllt aus einem kleinen Büro im Hinterraum. Wenn ihr lieb fragt und eure Flaschen zeigt, klappt das meist sehr gut.

Trinkwasser auf Reisen: In Cafés

Gerade in Kambodscha waren wir wirklich überrascht über das Angebot an kostenlosem Trinkwasser in den Cafés. Manchmal gab es an den Cafés dazu sogar Aufkleber. Dennoch gilt auch hier: ihr könnt in jedem Restaurant und Café lieb fragen.

Als Yannik und ich die lange Mountainbike Fahrt in Vietnam machten (80 km), hatten wir auch lediglich unsere Wasserflaschen dabei. Bei über 30 Grad im Schatten kamen wir nicht nur ins Schwitzen, sondern mussten auch extrem viel trinken. Zum Glück waren die Mitarbeiter*innen in Restaurants und Cafés auf unserem Weg so begeistert von unserer Fahrradtour, dass sie uns unterstützen und unsere Flaschen nachfüllten, während wir ein großes Glas Limo tranken.

Also fragen hilft immer und meist kommt man dadurch auch direkt noch ins Gespräch.

Trinkwasserspender

Apps für Trinkwasser auf Reisen

Leider gibt es noch keine wirklich gute App für alle Länder, die bei der Trinkwasser-Suche auf Reisen behilflich ist. Wir wurden schon gefragt, ob wir so etwas nicht entwerfen könnten, aber leider haben wir da nicht die richtigen Fähigkeiten für. Falls du das gerade liest und die Fähigkeit hast, melde dich gerne. Wir haben da noch weitere gute Ideen 🙂 Dennoch gibt es drei Apps, die uns bislang bei der Suche nach Trinkwasser auf Reisen behilflich waren.

Refill the World

Refill the World ist eigentlich keine App, sondern vielmehr eine Webseite. Hier werden Trinkwasserspender weltweit abgespeichert. Leider ist es nicht immer aktualisiert, aber ein Anhaltspunkt ist es durchaus. Wir haben die App vor allem in Kambodscha genutzt, in Neuseeland gibt es dafür wohl sogar eine App.

Organic Maps

Organic Maps ist unsere App für die Offline-Navigation. Die meisten Reisenden nutzen zwar MapsMe, allerdings ist Organic Maps eigentlich identisch und sogar von denselben Entwicklern, aber nachhaltiger. Man kann sich hier Karten runterladen, Notizen hinterlegen und Routen hinterlegen. Wir finden die App nicht ganz so nutzerfreundlich, aber das ist eher Gewöhnungssache.

Bei der Suche nach Trinkwasser auf Reisen schauen wir gerne in die App, da hin und wieder öffentliche Brunnen oder Spender hinterlegt sind. 

Booking.com

Diese App mag jetzt erstmal überraschend sein, aber wir schauen gerne schon bei der Unterkunftsbuchung danach, ob es Trinkwasserspender gibt. Seitdem Booking eine Übersicht über nachhaltige Unterkünfte hat, gibt es hier auch die Angabe, ob Trinkwasserspender vor Ort sind. Da wir eh meist nach den Nachhaltigkeitskriterien suchen, hat der Trinkwasserspender oft Priorität bei uns.

Leitungswasser

Natürlich gibt es auch Länder, in denen man Leitungswasser trinken kann. Uns schockiert es, dass es selbst in Deutschland Menschen gibt, die Wasser in Flaschen kaufen und dafür so viel Geld ausgeben. In Deutschland ist das Wasser aus der Leitung wunderbar trinkbar und so ist es auch in anderen Ländern.

In Singapur waren wir überrascht, da wir es nicht erwartet hatten, aber da Singapur eh sehr viel in Sachen Nachhaltigkeit macht, irgendwie auch nicht verwunderlich. In Japan und Südkorea hört man zwar manchmal auch Stimmen, dass die Einheimischen das Wasser nicht trinken würden, aber man kann es. Wir haben es jedenfalls so gemacht. 

Und auch in Kanada und den USA ist das Leitungswasser bedenkenlos trinkbar. Hier fanden wir außerdem unglaublich praktisch, dass es kostenloses Trinkwasser automatisch zum Essen gab, so musste man keine Getränke extra kaufen.

Du wirst außerdem auch öffentliche Trinkwasserbrunnen finden, bspw. in Markthallen, in Bibliotheken oder in Nationalparks. 

Kanister

Sollte es wirklich keine Möglichkeit geben, Trinkwasser auf Reisen plastikfrei zu bekommen, gibt es immer noch 2 Möglichkeiten.

Kanister aus dem Kiosk:
Gerade in Südostasien bekommt man im Kiosk oft große Wasserkanister zu kaufen. Gerade wenn du länger an einem Ort bist oder besonders viel trinkst, lohnt sich der Kauf eines Kanisters vielleicht für dich. Es ist immer besser, größere Kartons / Flaschen / Kanister / Verpackungen zu kaufen, um Plastik zu sparen.

Feste wiederverwendbare Kanister:
Eine weitere Möglichkeit sind festere wiederverwendbare Kanister, die wir sowohl in Südostasien als auch in Mexiko gesehen haben. Diese kann man oftmals in den Unterkünften bekommen, wenn man für längere Zeit vor Ort ist. Auch hier hilft es, einfach zu fragen. In unserer Unterkunft auf Koh Chang in Thailand haben wir die liebe Besitzerin einfach danach gefragt und eine Stunde später stand genau so ein Kanister in unserer Küche. Manchmal haben die Unterkünfte, vor allem in Mexiko, diese auch in Aufenthaltsräumen stehen.